In den letzten, nahezu 20 Jahren reiste, arbeitete und lebte ich in mehr als 60 Ländern weltweit, viele Jahre davon für unterschiedliche Business Projekte in Osteuropa (heute nennen wir diese Länder ungefähr ebenso präzise CEE „Central and Eastern Europe“, dh. je nach Lesart sprechen wir von ca. 10-20 Länder und Volkswirtschaften. Seit nunmehr bald 2 Jahren bin als Partner für die SYNCON International Franchise Consulting im Bereich Area Development sowie der Internationalisierung von Brands tätig. Unser Ziel ist der Aufbau eines Osteuropaweiten Netzwerkes an Syncon-Partnern und die laufende Präsenz für unsere Kunden in diesen Märkten.
Von diesen Eindrücken und den Schlussfolgerungen daraus für die Internationalisierung von Franchisesystemen die ich während meiner CEE Aufenthalte gewonnen habe, möchte ich Ihnen im Rahmen dieses Beitrages berichten. Diese Eindrücke folgen keinem festen Plan und haben keine Absicht außer jener, sie für Internationalisierung, für CEE zu sensibilisieren.
Lassen sie uns vorerst einem Gedanken folgen um
uns klar zu werden wovon
wir sprechen wenn wir von CEE sprechen:
"Do you truly understand that CEE is really a conglomerate of “smaller” markets,
that Moskau, Szeged and Sarajevo are as different as night and day in cost
structure and consumer lifestyles? How do you plan to deal with
this?"
Warum ist diese Frage wichtig? Weil sie mit der Entscheidung zu tun hat – mit der Entscheidung für einen Markt. Entscheiden kommt von Ende und Scheiden dh. für etwas und gegen anderes und damit der momentanen Konzentration der Kräfte auf ein Land im Rahmen der Internationalisierung.
Immer wieder werden wir nach den Möglichkeiten der „Internationalisierung“ gefragt Auf die Nachfrage nach den klassischen 5 W`s (Wer, Was, Wann, Wie, Wo) kommt die meist eher unspezifische Idee „nach Osteuropa, nach Ungarn“. oder Tschechien – wäre nicht Rumänien auch schon interessant, ja und China und Indien...? Richtig, alles interessante Märkte, großes Potential, viele neue Konsumenten und eine Reihe „interessanter Herausforderungen“ wie wir Probleme heute auch positiv nennen. Auf unsere Frage nach dem „Warum“ gerade für diese oder jene Länder und andere nicht hören wir sehr oft Antworten wie: ich kenne dort jemand – der dort jemand kennt...
Diese „Art“ der Geografischen Expansion bestätigt auch eine
Studie von C.Steiner, CEO von Tiger Lacke (zu finden in seinem Buch „SME`s
go international“ WKO Verlag), wonach die geografische Internationalisierung
meist „by Zufall“ stattfindet, dh. ich war schon mal dort, symphatische
Leute, und alles doch so nahe...
Syncon hingegen empfiehlt wie C. Steiner in seinem Buch auch hingegen folgende Vorgangsweise:
Schritt 1.
Systemcheck zur Evaluierung
der gegenwärtigen Position für
die Internationalisierung.
Schritt 2.
Durchführung eines weltweiten
Markt „screenings“ als
Gegensatz zu traditionellen regionalen Perspektiven.
Schritt 3.
Einführung einer neuen
Rangordnung der Marktevaluierung (aus 2.). Die Priorität beim herausfiltern
von Märkten ist deren
Attraktivität. Geografische Distanz spielt nur eine untergeordnete Rolle.
Und damit sind wir schon mitten im Geschäft – Wohin kann und soll die Reise gehen wenn wir an Internationalisierung denken.
Diesem Gedanken folgend möchte ich einige Länder CEE herausgreifen, an deren Beispiel etwas über die „realen Herausforderungen“ der Franchisemärkte in CEE berichten. Im nächsten Beitrag möchte ich dazu mit einer Gegenüberstellung des großen polnischen und des verhältnismä0ßig überschaubaren ungarischen Franchisemarktes beginnen.
Inzwischen bleibt mir nur mehr Ihnen eine gute Zeit zu wünschen und im Übrigen bin ich der Meinung „Niemand weiß den Preis, den er bezahlt bis er was weiß“.
Ihr,
Karl Heinz Slabschi